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Die Ziele des Modellversuchs

Der Modellversuch sollte Konzepte für eine Integration des Themenkomplexes nachhaltige Energietechniken in die Ausbildung in SHK- und Elektroberufen entwickeln und erproben. Hierzu sollten Lerneinheiten (Themen: energieeffiziente Lüftungstechnik, Photovoltaik, Blockheizkraftwerke mit Biotreibstoffen und Brennstoffzellen, Solarthermie,) für die Ausbildung und ein hierauf bezogener übergreifender Ausbilderleitfaden erarbeitet und in Pilotveranstaltungen erprobt werden.
Die Lerneinheiten zielen zunächst auf den bestehenden ordnungspolitischen Rahmen und verstehen sich dabei als ein Angebot, aus dem - je nach den Interessen und Schwerpunktsetzungen der örtlichen Innungen, Kammern und Bildungseinrichtungen - Bausteine ausgewählt und in die bestehenden Bildungsbereiche integriert werden können. oder die bei entsprechender Bereitschaft als freiwillige Zusatzqualifizierung angeboten werden können. Im Modellversuch wurden die einschlägigen überbetrieblichen, wie auch schulischen und betrieblichen Lehrgänge systematisch daraufhin untersucht, wo und wie Elemente nachhaltiger Energietechniken sinnvoll integriert werden können und wie sie ggf. als freiwillige Zusatzqualifikation angeboten werden können.
Gleichzeitig sollten die Lerneinheiten so beschaffen sein, dass sie mit den absehbaren Veränderungen des ordnungspolitischen Rahmens in Richtung einer Differenzierung von Ausbildungsinhalten in Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlbausteine vereinbar sind, bzw. eine solche Veränderung unterstützen.
Sie sollten so angelegt sein, dass ihr Qualifizierungspotential gerade unter den Voraussetzungen der Neuordnung später noch weiter ausgeschöpft werden kann. Die Lerneinheiten sollten als eine erste Qualifikationsebene bezogen auf nachhaltigen Energietechniken zu verstehen sein, die auch die zukünftige Weiterbildungsbereitschaft erhöht. Im Rahmen einer Weiterbildungen können die hier erworbenen Qualifikation dann später erweitert und vertieft werden. 

Die Inhalte von LENE auf einen Blick:

  • Entwicklung und Erprobung eines Gesamtsystems abgestimmter Lerneinheiten zum Themenbereich nachhaltiger Energietechniken auf CD-Rom 
  • Entwicklung und Erprobung einer handlungsorientierten Methodik bezogen auf nachhaltige Energietechniken, verbunden mit der Orientierung an Realaufträgen unter Einbeziehung von örtlichen Handwerksbetriebe und Herstellern  
  • Erarbeitung und Erprobung eins übergreifenden Leitfadens für Ausbilder (und Lehrer) 
  • Entwicklung und Erprobung von Lerneinheiten, die eine lernortübergreifende Vermittlung unterstützen bzw. ermöglichen 
  • Integration der Thematik nachhaltige Energietechniken in bestehende überbetriebliche Lehrgänge 
  • Schaffung von Voraussetzungen für die Einführung aufeinander abgestimmter zertifizierbarer
  • Zusatzqualifizierungen zum Themenbereich nachhaltige Energietechniken innerhalb der Ausbildung  

Darüber hinaus sollten mit dem Modellversuch folgende weitergehende Ziele erreicht werden:

Sensibilisierung des Handwerks und des berufsbildnerischen Umfeldes
Der Modellversuch sollte dazu beitragen, den Stellenwert nachhaltiger Energietechniken im Handwerk zu erhöhen. Er sollte deren bereits erreichte praktische Bedeutung und das große Zukunftspotenzial, das hier im Zusammenhang einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Entwicklung liegt, verdeutlichen. Der Modellversuch sollte die Bemühungen, die im Bereich der Weiterbildung bereits unternommen werden, um die hierfür erforderlichen Qualifikationen bereitzustellen, flankieren. Die Attraktivität der Handwerksausbildung und die Motivation der Auszubildenden könnten hierdurch gesteigert und durch die handlungsorientierte Form der Aneignung gleichzeitig wichtige Schlüsselqualifikationen vermittelt werden.

Entwicklungspotenziale des Handwerks erschließen
Es war die Intention des Modellversuchs, die Lerneinheiten so zu entwickeln, dass grundsätzlich alle Auszubildenden eines Berufsbildes, unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit, an nachhaltige Energietechniken in Verbindung mit neuen Lehr-/Lernformen herangeführt werden können. Bereits in der Ausbildung sollte so bei den zukünftigen Handwerkern Interesse an zukunftsrelevanten Themen geweckt und Entwicklungspotenziale des eigenen Berufsfeldes sichtbar gemacht werden. Der Modellversuch sollte zeigen, dass die Einbeziehung nachhaltiger Energietechniken in die handwerkliche Erstausbildung ein sinnvoller Beitrag zur Erschließung von Zukunftsmärkten darstellt. Qualifikation im Bereich nachhaltiger Energietechniken in der Erstausbildung muss als eine Investition in die Zukunft des Handwerks verstanden werden.

Motivation steigern und Schlüsselqualifikationen einbeziehen
Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass die Vermittlung nachhaltiger Energietechniken im Rahmen handlungsorientierter Konzepte eine hohe Motivation bei den Auszubildenden erzeugen kann, die auch die Bereitschaft für eine spätere Weiterbildung auf diesem Fachgebiet begünstigt. Die Aneignung dieser Kompetenzen im Rahmen eines selbstgesteuerten, teamorientierten Lernprozesses, an dem sich die Konzepte von LENE orientieren sollen, nutzt die Neugier und den Ehrgeiz der Jugendlichen, Aufgaben eigenständig zu bewältigen, und führt in vielen Fällen zu Erfolgserlebnissen, die über den fachinhaltlichen Lernzuwachs hinaus auch wichtige Schlüsselqualifikationen vermitteln. Deshalb legt der Modellversuch ein besonderes Gewicht darauf, nachhaltige Energietechniken mit solchen Aneignungsformen zu verbinden.

Ausbildungspraktiker beteiligen
Ziel des Modellversuchs war es, die Ausbilder (und Lehrer) aktiv in die Erarbeitung der Lerneinheiten einzubeziehen. Dadurch sollten zum einen die Anforderungen der Ausbildungspraxis und die realen Durchführungsbedingungen von vornherein berücksichtigt werden, zum anderen sollten hierüber aber auch die Praktiker sowohl in fachlicher als auch methodisch-didaktischer Hinsicht qualifiziert werden. Hierdurch wurde auch der Transfer der Modellversuchs-Ergebnisse erleichtert, da bereits überzeugte Praktiker als Vermittler zur Verfügung standen.

Verbesserung der Kooperation der Lernorte
Eine Verbesserung der Kooperation der Lernorte sollte im Modellversuch insofern berücksichtigt werden, als für die zu erprobenden Lerneinheiten, so weit möglich, ein integriertes, lernortübergreifendes Curriculum entwickelt wurde. Dieses baute auf einer Analyse der spezifischen Leistungspotenziale der konkret einbezogenen Lernorte und der zu erwartenden Voraussetzungen der Akteure zur Umsetzung der Lernortkooperation auf. Vorliegende Ansätze einer Lernortkooperation sollten erweitert werden. Ein besonderes Gewicht sollte dabei auf die direkte Einbeziehung von Betrieben gelegt werden. Damit sollte die Verbindlichkeit und der Realitätsbezug der Lerneinheiten erhöht werden.

Letzte Änderung: 20.06.2007


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