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04. bis 06. Mai 2011 in Laufen
Nachhaltige Entwicklung ist ein beständiger Prozess mit dem Ziel die Grundbedürfnisse aller Menschen jetzt und zukünftig zu befriedigen und dabei die Gesundheit und Integrität des Erdökosystems zu bewahren. Bildung ist eine unerlässliche Voraussetzung diesen Prozess sozial, ökonomisch und ökologisch ausgewogen zu gestalten. Berufliche Bildung wird in der Agenda 21 (Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro) als wichtigen Antrieb für die Entwicklung der menschlichen Ressourcen und somit für die Erleichterung des Übergangs in eine nachhaltige Welt herausgestellt. Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung soll eine berufsspezifische Orientierung aufweisen, Qualifikationen und Kompetenzen auf allen Ebenen von der Facharbeit zum Management stärken, die befähigen, Verantwortung zu übernehmen, ressourceneffizient zu wirtschaften und die Globalisierung gerecht und sozialverträglich zu gestalten. Mit zunehmender Komplexität und Netzwerkarbeit muss ebenso kompetent umgegeangen werden wie mit den wechselseitigen Nachhaltigkeitsansprüchen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist federführend an der Umsetzung dieser Ziele im Bereich der beruflichen Bildung in Deutschland beteiligt. Ziel des BIBB sollte es sein, BBNE systematisch in die berufliche Aus- und Fortbildung zu integrieren und konsequent als Modernisierungsstrategie in der Berufsbildung zu nutzen. BBNE muss im BIBB in den drei Aktionsfeldern "Forschung und Entwicklung", "Dienstleistung" und "Ordnung der Berufsbildung" systematisch weiterentwickelt und verstetigt werden.
Lesen Sie hierzu: "Der Lange Weg der Nachhaltigkeit" von Manfred Kremer, BWP 05/2007
Weitere Informationen:
Nach der Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro 1992, bei der die Agenda 21 als Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert beschlossen und darin das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung als globales Leitbild verabschiedet wurde, fand zehn Jahre später in Johannesburg (Südafrika) der Weltgipfel für eine nachhaltige Entwicklung statt (World Summit on Sustainable Development, WSSD). Dabei wurde die Rolle der Bildung als Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung deutlicher als bisher hervorgehoben.
Die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) stellte 1987 - insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Erkenntnisse über beobachtete und prognostizierte menschlich verursachte globale Umweltveränderungen - fest: "Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält." Soziale Gerechtigkeit, ökologische Verträglichkeit und ökonomische Leistungsfähigkeit sind gleichrangige Ziele der Leitidee einer nachhaltigen Entwicklung ("Dreieck der Nachhaltigkeit"). Bei der gesamtgesellschaftlichen Umsetzung des Leitbilds einer sozial, ökologisch und ökonomisch zukunftsfähigen Entwicklung spielt Bildung eine entscheidende Rolle. Dies bedeutet auch, Bildung für nachhaltige Entwicklung in alle für die nachhaltige Entwicklung relevanten Politik- und Forschungsbereiche zu integrieren und als Querschnittsthema zu etablieren.
Auch die Umsetzung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung ist auch eine zentrale Herausforderung für die Akteure der Berufsbildung. In kaum einem anderen Bildungsbereich hat der Erwerb von Kompetenzen für nachhaltiges Handeln eine so große Auswirkung auf die Zukunftsfähigkeit wirtschaftlicher, technischer, sozialer und ökologischer Entwicklungen wie in den Betrieben der Wirtschaft und anderen Stätten beruflichen Handelns. Aufgabe der BBNE ist es daher, die Menschen auf allen Ebenen von der Facharbeit bis zum Management, zu befähigen, Verantwortung zu übernehmen, ressourceneffizient und nachhaltig zu wirtschaften sowie die Globalisierung gerecht und sozial verträglich zu gestalten. Mit zunehmender Komplexität und Netzwerkarbeit muss ebenso kompetent umgegangen werden wie mit Unsicherheiten und Widersprüchen.
Mit ihren drei Dimensionen ökologische Verträglichkeit, ökonomischer Leistungsfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit, darin eingeschlossen die Aspekte der interkulturellen Kompetenz und des globalen und lebenslangen Lernens, geht BBNE weit hinaus über den Aspekt der beruflichen Bildung zum Umweltschutz
Um die Prinzipien für eine nachhaltige Entwicklung weltweit in den Bildungssystemen dauerhaft zu verankern, haben die Vereinten Nationen (UN) für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ausgerufen. Die globale Vision ist es, allen Menschen Bildungschancen zu eröffnen, die es ermöglichen Wissen und Werte anzueignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine lebenswerte Zukunft und eine positive gesellschaftliche Veränderung erforderlich sind (UNESCO 2004).
Die Zielsetzungen der deutschen Akteure der UN-Dekade werden im Nationalen Aktionsplan formuliert. Dieser baut auf dem Bundestagsbeschluss (1.Juli.2004), auf der sogenannten "Hamburger Erklärung" und auf den internationalen Richtlinien "International Implementation Scheme" (UNESCO 2005) sowie der "UNECE-Strategie über Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung" (UNECE 2005) auf.
Ziele des Nationalen Aktionsplans sind:1. Weiterentwicklung und Bündelung der Aktivitäten sowie Transfer guter Praxis in die Breite
So sollen unter anderem gute Praxisbeispiele, insbesondere aus Modellvorhaben und Forschungsergebnissen der betrieblichen und schulischen Berufsbildung, auf Basis des vorliegenden Orientierungsrahmens für die Berufsbildung breitenwirksam nutzbar gemacht werden. Ein wichtiger Schwerpunkt ist hier die Dokumentation guter Praxisbeispiele der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.2. Vernetzung der Akteure der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
Ein integratives Bildungskonzept zur BNE soll von einer Vielzahl an Akteuren aus den Administrationen, der Wirtschaft, den Nichtregierungsorganisationen sowie aus verschiedenen Politikfeldern - etwa der Bildungs-, Entwicklungs-, Umwelt-, Verbraucher- und Wirtschaftspolitik - getragen werden.3. Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
Neben öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen, Wettbewerben und Aktionen aus der BNE gehört dazu auch, dass Forschung für Nachhaltige Entwicklung und BNE enger miteinander verknüpft werden.4. Verstärkung der internationalen Kooperationen
Das Erreichen kaum eines anderen politischen Ziels hängt so sehr von gelungener internationaler Kooperation ab wie Nachhaltigkeit. Eine Priorität bei der Umsetzung der Dekade in Deutschland ist es daher, die hier vorhandenen und entstehenden Projekte in den globalen Diskussionsprozess zur BNE einzuspeisen und dabei auch aus den Erfahrungen und Positionen anderer Länder und Kulturen zu lernen. Die UN-Dekade bietet als weltweit angelegte Initiative die Chance, international zu kooperieren und zu einer globalen Perspektive und Zusammenarbeit in der BNE beizutragen.
"Ziel einer Bildung für nachhaltige Entwicklung muss es sein, jedem Einzelnen das Wissen, die Kompetenzen und die Werte zu vermitteln, die für die Gestaltung einer menschenwürdigen Zukunft erforderlich sind: Bildung für nachhaltige Entwicklung [.] hat zum Ziel, die Menschen zur aktiven Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Umwelt unter Berücksichtigung globaler Aspekte zu befähigen." (BMBF 2002, NAP 2004)
Letzte Änderung: 08.03.2011